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Science Fiction/Drama - Deutschland 1927-2010, FSK: Freigegeben ab 6 Jahren, 152 Min.
Regie: Fritz Lang, mit Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich u. a. |
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In seiner Residenz hoch über Metropolis vereint Joh Fredersen (Alfred Abel) die politische und wirtschaftliche Macht in seiner Person, während die Arbeiter unter der Erde Sklavendienste leisten. Fredersens Sohn Freder (Gustav Fröhlich) verliebt sich in die Arbeiterführerin Maria (Brigitte Helm) und schließt sich den Arbeitern an.
Gleichzeitig konstruiert der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein Rogge) einen Roboter, der auf Fredersens Anweisung so aussieht wie Maria. Die falsche Maria wiegelt die Arbeiter auf, die ihre Maschinen verlassen und damit die Überflutung der Stadt auslösen. Erst durch Freders und Marias Einsatz wird Metropolis gerettet. Die Macht der Liebe siegt – der Herrscher und die Arbeiter erkennen, dass "Hirn" und "Hände"zusammengehören.
In einer Person vereinen sich die politische und wirtschaftliche Macht in Metropolis: Im „Neuen Turm Babel“ regiert Joh Fredersen absolutistisch über Ober- und Unterstadt. Für den Herrscher als das „Hirn“ sind Menschen lediglich ausführende
„Hände“ in der Arbeitsmaschinerie. Die Reichen und Mächtigen residieren in der Oberstadt. Ihre Söhne, darunter auch Joh Fredersens Sohn Freder, treiben in einem gigantischen Stadion Sport und werden bei ihren Vergnügungen in den „Ewigen Gärten“ von reizvollen Gesellschafterinnen umschwärmt. Als die in der Arbeiterstadt lebende Maria mit einer Gruppe von Kindern zufällig in der paradiesischen Oberstadt auftaucht, verliebt sich Freder in die sanftmütige Schöne. Er möchte ihre Welt kennen lernen, begleitet sie und erlebt die unterirdische Maschinerie als „Moloch“. Entsetzt berichtet Freder seinem Vater von den unmenschlichen Lebens und Arbeitsbedingungen in der Unterstadt. Doch Joh Fredersen zeigt sich davon unbeeindruckt – im Gegenteil: Er sieht seinen Sohn ab sofort als Abtrünnigen und engagiert einen skrupellosen Handlanger, den „Schmalen“, der Freder beschatten soll.
Eine Arbeiterrevolte scheint sich anzubahnen – deshalb konsultiert Joh Fredersen den Erfinder Rotwang, seinen einstigen Rivalen um die Gunst der schönen Hel, die dann
Joh geheiratet hat und bei der Geburt Freders gestorben ist. Rotwang zeigt Joh seine geheime Schöpfung: einen Roboter, mit dem er sich einen Doppelgänger der geliebten Hel erschaffen will. Joh Fredersen schmiedet einen Plan: Die Maschinenfrau soll an die Stelle der charismatischen Arbeiterführerin Maria treten, um so die Arbeitermassen zu manipulieren. Zum Schein willigt Rotwang ein – in Wahrheit erkennt er seine Chance,
sich an Joh Fredersen zu rächen: Rotwang will die falsche Maria einsetzen, um die Stadt und Fredersens Sohn zu vernichten. Rotwang entführt Maria und überträgt ihre Gestalt auf den Maschinenmenschen, eine rücksichtslose Agitatorin und laszive Verführerin zugleich. Die falsche Maria erschüttert Freders Liebe und setzt die Arbeiterrevolte in Gang. Die Herzmaschine wird
zerstört, der Unterstadt droht die Überflutung. Freder und die echte Maria finden im furiosen Finale wieder zueinander. Gemeinsam rettet das Paar die Kinder aus den Wasserfluten. Der Zorn der Menge richtet sich nun gegen die Maschinenfrau, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Auch der intrigante Erfinder stirbt im Kampf. Herrscher Joh Fredersen und Werkmeister Groth besiegeln die Versöhnung mit einem Händedruck: „Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein.“
Der Fund von Buenos Aires
Über Jahrzehnte hinweg waren also nur ein Originalnegativ und Kopien von gekürzten Fassungen aus dem deutschen und internationalen Vertrieb bekannt. Die vom Filmverleiher Adolfo Z. Wilson unmittelbar nach der Berliner Premiere im Januar 1927 –
und damit vor den Kürzungen – erworbene Fassung kam in die argentinischen Kinos.
Nach der kommerziellen Kinoauswertung gelangte die argentinische Verleihkopie zunächst in den Privatbesitz des Filmkritikers Manuel Pena Rodriguez, dessen Sammlung
später über den Fondo Nacional de las Artes in das Museo del Cine gelangte. In den 1970er-Jahren wurde von der inzwischen stark beanspruchten Nitrokopie eine aus
heutiger Sicht nicht sehr fachkundige Sicherheitskopie auf 16-mm-Negativ gezogen. Das leicht entflammbare Nitromaterial, dessen Beschädigungen und Verschmutzungen im Duplikat nun verewigt sind, wurde anschließend vermutlich vernichtet. Welcher Wert in Buenos Aires schlummerte, war über Jahrzehnte hinweg nicht bekannt. Als Paula Félix-Didier die Leitung des Museo del Cine Pablo C. Ducros Hicken übernahm, begann vor zwei Jahren die rasante Geschichte der Entdeckung und Restaurierung. Bereits in den 1980er-Jahren, während man bei ersten Restaurierungen weltweit verzweifelt die Regale und Keller der Archive nach Material durchforstete, hörte Filmexperte Fernando Martín Peña die Klage eines Kinovorführers, dass es früher so anstrengend gewesen sei, über zwei Stunden am Filmprojektor darauf zu achten, dass eine lädierte „Metropolis“-Kopie nicht aus der Führung springe. Über zwei Stunden? Peña wunderte sich über die Länge und versuchte über die Jahre hinweg vergeblich, das Material zu sichten und sich Gewissheit über die Version zu verschaffen. Erst 2008 erhielt er den Beweis, dass in Argentinien eine nahezu identische Kopie der Uraufführungsfassung existierte. In den Bestandslisten des Museo del Cine fand sich tatsächlich „Metropolis“, gelagert in drei Filmdosen. Und der Inhalt bestätigte die kühne Hoffnung der Archivare: Man habe „die wahrscheinlich vollständigste Version von
Metropolis“ gefunden. Mit einer DVD-Kopie des Films machte sich Paula Félix-Didier auf die Reise nach Deutschland, mit Spannung wurde die Museumsdirektorin aus Buenos Aires zur
Vorführung in Berlin erwartet. Nach der Sichtung im Expertenkreis stand fest: Fritz Langs „Metropolis“ lässt sich nahezu vollständig wiederherstellen.
Und so begannen die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen mit der Restaurierung. Im ersten Schritt wurde die argentinische Version mit der Restaurierung von 2001
abgeglichen: Was gibt es bereits? Was ist neu? Was ist anders?
Das argentinische Material enthält die meisten der bisher verschollenen Szenen und Einstellungen. In einigen Szenen weicht die Montage der argentinischen Version von der
2001 restaurierten Fassung ab. Es genügte also nicht, die neu gefundenen Teile in die Lücken der 2001er-Version einzufügen. Man musste die Montage der Uraufführungsversion neu überdenken. Als wichtige Quelle diente der Klavierauszug von
Gottfried Huppertz, der zahlreiche Montagevarianten der argentinischen Version
bestätigte.
Nach der Rekonstruktion folgte die digitale Bildrestaurierung des Materials, die vom spezialisierten Dienstleister Alpha-Omega in München vorgenommen wurde. Über Monate hinweg wurden die einzelnen Frames im Rechner bearbeitet: Bild für Bild mit einer eigens entwickelten Software. Dabei musste das Gleichgewicht zwischen technischen Möglichkeiten und Grenzen der Bildbearbeitung und der ethischen Fragen nach der Gestalt des Kunstwerkes gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Spuren im Material werden niemals ganz verschwinden. Die Laufstreifen in den wiederentdeckten Teilen des filmischen Torsos verweisen auf die Geschichte seiner Verstümmelung und
Wiederherstellung. |
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