|
| |
Fürstenfelder Kinosommer - Historie: |
|
| |
 |
|
| |
Der Kinosommer 2003
Der
Kinosommer 2004
Der Kinosommer 2005
Der
Kinosommer 2006
Der
Kinosommer 2007
Der
Kinosommer 2008
Der
Kinosommer 2009
Der Kinosommer 2010 |
|
| |
|
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
 |
Großer
Andrang beim Open-Air im Stadtsaalhof
Kino
unter Sternen
Bei
"Good bye Lenin" mussten 300 Cinéasten
wieder heimgeschickt werden
Fürstenfeldbruck - Es ist kurz vor halb neun, und noch immer
zeigt das Thermometer satte 30 Grad an. Dennoch tummeln
sich vor der Kinokasse beim Stadtsaalhof schon die ersten
Besucher. Langsam aber sicher füllt sich der Innenhof
mit popcorn- und filmhungrigen Menschen. |
|
|
| |
Die Dame am
Süßigkeitenstand (Bianca Bodler) legt vorsichtshalber
noch einmal Maiskörner nach, denn die bisherigen
Erfahrungen mit den Besucherzahlen sind gut gewesen.
„“Herr der Ringe“ war schon toll,
aber bei „Good bye Lenin“ haben sie uns
förmlich die Bude eingerannt“, schwärmt
sie.
Auch Tom Blum, der Veranstalter
des Open-Air-Kinos, war von dem unerwarteten Besucherandrang
überwältigt. „Um die 300 Leute musste ich
an dem Abend leider heimschicken“, bedauert er. Aber
eigendlich hat er allen Grund zur Freude. Schließlich
ist der 1. Fürstenfelder Kinosommer“ sein erstes
derartiges Projekt, und bisher ist alles glatt gegangen. „Bei
dem tollen Sommer kann man ja fast nichts falsch machen“,
freut sich Blum über die anhaltende Schönwetterperiode.
Der Selbstständige Unternehmer, der in seiner Jugend
selbst die Filmspulen in den Kinos wechselte, hat sich mit
der Veranstaltung einen großen Traum erfüllt. Als
er hörte das sich die
Fürstenfeldbrucker nach dem „Kino im Klosterhof“,
das letztmalig vor zwei Jahren statt fand, wieder in Open-Air-Spektakel
wünschten, griff er zu und zog das Ganze im Großen
Stil auf. An insgesamt zwölf Spieltagen bietet er den
Besuchern nun ein bunt gemischtes Programm an, das sich sehen
lassen kann. Von der Komödie bis zum Drama, vom Actionstreifen
bis zum Klassiker ist alles vertreten. „Großes
Kino“ möchte Blum machen, aber dabei nicht völlig
auf die Mainstremschiene abrutschen.
Deswegen flimmert am sechsten Spieltag zur Abwechslung mal
ein deutscher Film über die 100 Quadratmeter Leinwand.
„Solino“ spielt mal im Ruhrpott und mal im südlichen
Italien. Und ein bisschen wie im Süden können sich
die Besucher auch hier fühlen, wenn sie, mit dem Weinglas
in der Hand, zu später Stunde noch in sommerlicher Kleidung
unter dem Sternenhimmel sitzen.
„Tolle
Atmosphäre“
Das Publikum ist aus verschiedenen
Gründen gekommen: Florian Gerum (22) und Franziska Sporer
(20) genießen vor allem die „phantastischen Crêpes“,
Patrick (40) und Insa Erfurth (34) die „tolle Atmosphäre“
und Amelie Walter (16) und ihre Schwester Judith (14) den
„einzigen Film, den wir noch nicht kennen.“
Als die Vorführung schließlich beginnt, verstummt
das fröhliche Stimmgewirr im Klosterhof. Hier und da,
bei den traurigen oder lustigen Stellen, seufzt eine Stimme
laut auf, kichert jemand, hallt ein Ruf der Empörung
durch die Reihen. Für den schönsten Lacher des Abends
aber sorgt eine Szene, in der die junge Italienerin Ada, unterm
freien Himmel einen Film guckend, ihren Gigi fragt, ob man
in Deutschland im Kino die Sterne sehen kann. Er verneint.
Wir wissen es besser.
Sophia Schillik SZ,
14.8.2003 |
|
| |
| Auf
einer fast hundert Quadratmeter großen Leinwand
werden beim Fürstenfelder Kinosommer die Filme gezeigt.
Der monumentale Fanasyfilm „Herr der Ringe –
Die zwei Türme“ konnte dabei seine volle Wirkung
entfalten.
Orkarmee tobt
unterm Fürstenfelder Himmel
Beste Rahmenbedingungen
bei der Aufführung des Films „Herr der Ringe“
Von Klaus Kriesbach
Fürstenfeldbruck – Als im Jahre 1895 die Gebrüder
Skladanowsky in Berlin mit ihrem Bioskop bewegte Bilder
zeigten und ein paar Wochen später die Gebrüder
Lumière in Paris ihren Cinématographen
vorstellten, schlug die Geburtsstunde des Films. In
den folgenden Jahrzehnten vollzogen sich Quantensprünge
in der Entwicklung der Filmtechnik. Heute vermitteln
Panorama- und Großleinwände mit faszinierendem
Raumklang dem Kinogänger den Eindruck des „Dabeiseins“,
der unmittelbaren Teilnahme am geschehen auf der Leinwand. |
 |
|
|
| |
So erschien jetzt
im Rahmen des Fürstenfelder Kinosommers das oscargerönte
Phanasie-Abenteuer „Der Herr der Ringe – Die zwei
Türme“ nach dem berühmten Roman von Tolkien
auf einer 100 Quadratmeter großen Leinwand im Stadtsaalhof.
Bei der Aufführund des zweiten Teils der Trilogie beim
Kinosommer konnten die Rahmenbedingungen kaum besser sein.
Eine laue Sommernacht hatte weit über 600 Filmfreunde
in den Stadtsaalhof gelockt, um dem breitwandigen Kinospektakel
beizuwohnen. Das wohl größte Abenteuer der Geschichte
über ein alles beherrschende Leinwand.
Im Gegensatz zum Kultursommer war die Hälfte des Zeltes
abgebaut worden und somit konnte perfektes Open-Air-Kino geboten
werden. Der vordere Teil war bestuhlt während hinten
bei den Erfrischungskiosken rustikale Bierbankromatik ein
Wohlfühlambiente schaffte. Von allen Sitzpositionen war
sehen und hören optimal. Die hevorragende Akustik vermittelte
zwar nicht den in vielen Kinos üblichen sterephonen Raumklang,
jedoch war das verderben bringende Marschieren der Orkarmee,
das metallene Aufeinandertreffen der Schwerter oder das Brüllen
der computeranimierten Zauberwesen ebenso dramatisch mitzuerleben
wie die zögerliche Tapferkeit der Hobbits oder auch zarte
Liebesdialoge. Nach fast vierstündigem Kinovergnügen
(inklusive Pausen) applaudierte das Publikum. Man hatte einen
schönen Abend erlebt und man brachte es damit zum Ausdruck.
Der Fürstenfelder Kinosommer hält noch ein Vielzahl
von Kinohighlights bereit. Für junge Kinogänger
ist wohl das „Dschungelbuch 2“ gedacht. Jack Nicholson
brilliert in dem Streifen „About Schmidt“ und
als besonderen Leckerbissen ist wohl auch der Spielbergfilm
„Catch me if you can“ mit Herzensbrecher Leonardo
diCaprio zu werten. SZ 13.8.2003 |
|
| |
 |
Nur
Markus Gridl, Ray Schiller, Stefan Eberling, Kathi Clarin
und Bernd Fischer kamen „standesgemäß“
kostümiert zur Aufführung des Kultfilms „The
Rocky Horror Picture Show“ beim Fürstenfelder
Kinosommer.
Kinobesucher
bei Reis und Klopapier sparsam
Mit „The
Rocky Horror Picture Show“ ging der Fürstenfelder
Kinosommer zu Ende
Fürstenfeldbruck (fc) – „Gib mir ein „R“, gib
mir ein „O“, gib mir ein „C“,
gib mir ein „K“, gib mir ein „Y“,
was heißt das? – „Rocky!“ |
|
|
| |
Fetzig ging es zu beim Kultfilm
„The Rocky Horror Picture Show“, obwohl gerade
mal fünf Fans sich die Mühe gemacht hatten, sich
passend zu verkleiden. Mit den schrägen Gestalten der
der Rocky Horror Picture Show auf der Leinwand ging am Sonntag
auch der Fürstenfelder Kinosommer zu Ende.
Rund 7000 Besucher
kamen zum Kinosommer
Veranstalter Tom Blum hatte
an insgesamt zwölf Abenden den Stadtsaal-Innenhof zum
Open-Air-Kino umgewandelt, insgesamt genossen rund 7000 Zuschauer
das Freiluftkino bei schönstem Sommerwetter.
Zu Rocky Horror Picture Show kamen nochmals etwa 450 Besucher
– fast alle in „zivil“ und ohne die obligatorische
Ausstattung mit Reis, Wasserpistolen und Klopapierrollen.
Doch durch das etwas träge Publikum ließen sich
die fünf wahrhaften Fans nicht abhalten, ihre eigen Show
abzuziehen. Bestens präpariert hatten sie in der ersten
Reihe Position bezogen, um die lieber in den hinteren Reihen
sitzenden Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Passend
zur Hochzeitsszene wurde Reis gestreut , kaum regnete es im
Film, kamen die Wasserpistolen zum Einsatz.
Später flogen Spielkarten und Klopapier ins Publikum,
das eher darum bemüht war die Handlung zu begreifen,
als sich aktiv am Fan-Geschehen zu beteiligen.
„Das Publikum ist meistens langweilig“, berichtet
Ray Schiller aus langjähriger Erfahrung, ohne Eigeninitiative
geht wohl nichts. Veranstalter Tom Blum (an diesem Abend ebenfalls
wie die restliche Kino-Crew im Fan-Gewand) dagegen freut sich
wenigstens über die wenigen Rocky-Fans und belohnt diese
mit Gratis-Popcorn. „Es war überhaupt nicht langweilig,
ich habe das nicht erwartet. Ich dachte, es geht viel langweiliger
zu – immerhin ist Bruck ja nicht München“
Sogar ein dickes Lob spendet Blum den verkleideten Fans für
die Sprüche und Kommentare, die an den passenden Film-Stellen
vom Publikum aufzusagen sind. „Da gibt es im Internet
viele Fan-Seiten, da steht wie in einem Drehbuch drin, was
man wann zu sagen hat. Das haben die richtig gut drauf gehabt“
Der Film „The Rocky Horror Picture Show“ entstand
1975 unter der Regie von Jim Shamann, nachdem das gleichnamige
Musical in London ein durchschlagender Erfolg geworden war.
Der Film, der nicht nur Klassiker wie „King Kong“
oder „Graf Dracula“ zitiert, avanciert sehr schnell
zum Kultfilm der jungen Generation in den späten 70er
Jahren.
Die heutige Junge Generation sucht wohl nach anderen Idealen.
Die meisten Kinozuschauer vom Sonntag könnten in der
Zeit des Filmstarts der Rocky Horror Picture Show ihr erstes
Popcorn im Kino geknabbert haben. Aber das macht nichts. Denn
das Motto des Films kennt keine Altersgrenze: „Don`t
dream it, be it“!
MM 21.8.2003 |
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
 |
Der Kinosommer im Stadtsaalhof läuft noch
eine Woche
Traumwetter für Filme aus
der Traumfabrik
Im Brucker Stadtsaalhof ist Platz für 1300
Besucher / Filmklassiker und Angebot für Kinder
/ Wärme hält sich in den Klostermauern
|
|
|
| |
Fürstenfeldbruck: Wenn eine riesige
Leinwand den Stadtsaalhof des Klosters Fürstenfeld
schmückt und Scheinwerfer hinter den Klostermauern
leuchten, kann das nur eines heißen: Es ist wieder
Fürstenfelder Kinosommer. Mit dem US-Thriller „Fluch
der Karibik" fiel am Montag der Startschuss für
das zweiwöchige Openair-Spektakel. Noch bis Sonntag,
15. August, können sich Kinofans täglich auf
ausgesuchte deutsche und internationale Filme unter
freiem Himmel freuen:
Popcorn
und Wein
Fast scheint
es, als sei der Beginn des diesjährigen Freilichtkinos
mit den ersten lauen Sommernächten zusammengefallen.
Am vergangenen Dienstag, als das Thermometer auch abends noch
hohe Temperaturen anzeigte, kamen über 650 Cineasten
in den ehemaligen Klosterhof, um die britische Komödie
„Kalender Girls" des Regisseurs Nigel Cole zu sehen.
Vor den Ständen, wo sich die Besucher mit Popcorn, Crêpes,
einem Gläschen Wein und anderen Leckereien eindecken
konnten, herrschte ein reger Andrang. „Wenn es so weiter
geht, bin ich der glücklichste Mensch der Welt",
sagt Tom Blum, der den Fürstenfelder Kinosommer heuer
zum zweiten Mal veranstaltet. Besseres Wetter habe er sich
nach dem „madigen Sommeranfang" nicht wünschen
können.
Für den Selbstständigen geht mit dem Kinosommer
ein Traum in Erfüllung. Als begeisterter Kinogänger
habe Blum schon als 17-Jähriger als Filmvorführer
im Gilchinger Breitwand-Kino gejobbt. In den vergangenen neun
Jahren sorgte der Ton- und Lichtingenieur auf verschiedenen
Kino-Openairs für die Technik. Vor zwei Jahren bekam
er dann die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Veranstaltungsforum
Fürstenfeld ein eigenes Freilichtkino auf die Beine zu
stellen. „Der Klosterhof ist eine superschöne Location
mit einer einmaligen Atmosphäre", schwärmt
der 34-jährig Grafrather. Ein Vorteil gegenüber
Openair-Veranstaltungen auf Wiesen sei, dass sich die Wärme
imHof wesentlich besser halte. In dem rechteckigen Stadtsaalhof
finden an einem Kinoabend etwa 1300 Leute Platz. Während
der vordere Teil des Hofes mit Stuhlreihen für ungefähr
1000 Personen bestückt ist, sind in der hinteren Hälfte
überdachte Bierbänke für die übrigen Besucher
aufgebaut. „Für eine Filmvorführung sind das
sehr viele Plätze", weiß Blum. Aus diesem
Grund habe er hinsichtlich der Programmgestaltung keine Experimente
gewagt.
So wechseln sich heuer Hollywood-Blockbuster mit weniger bekannten,
aber zum Teil preisgekrönten Filmen ab. Auch einen Kinderfilm
(„Findet Nemo") und den deutschen Klassiker„
Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann und Erich
Ponto hat Tom Blum ins Programm aufgenommen. Generell liegt
dem Film-Experten viel daran, auch für kleinere Filme
ein Publikum zu finden.
PETRA FRÖSCHL |
|
| |
Troja
trotzt Sturm
80 Besucher kamen nach dem Unwetter
Fürstenfeldbruck (kp) Trotz des
Unwetters am Donnerstag ließen sich die Fans des
Kinofilms „Troja“ nicht abhaltenm den Film
im Freien anzuschauen. Erstaunlicherweise erschienen
rund 80 Besucher zur Vorführung im Hof der Stadthalle
in Fürstenfeldbruck.
Doch bevor der Kinosommer-Abend stattfinden konnte,
mußten erst die Spuren des Gewitters beseitigt
werden.
|
 |
|
|
| |
"„es sah aus wie nach einem Rolling
Stones Konzert im Jahr 1974“, erzählt uns
Tom Blum, Veranstalter des Kinosommers 2004. Ein paar
Stühle seien umgeflogen und außerdem mussten
sie wegen des starken Windes einen weggeflogenen Pavillion
einfangen, „Aber zum Glück hörte das
Gewitter pünktlich zum Filmbeginn auf“, freut
sich der 34-Jährige. So hatten wenigstens ein paar
Bürger ihr Vergnügen. |
|
| |
 |
Rekordverdächtiger
Kinosommer
Im nächsten Jahr sollen auch Kurzfilme gezeigt
werden
Fürstenfeldbruck • Die Besucherzahl des zweiten Fürstenfelder
Kinosommer unter der Regie von Tom Blum aus Grafrath entwickelt
sich rekordverdächtig. Vorausgesetzt, das Wetter
spielt mit, könnte die Zahl von 7000 vom Vorjahr
sogar noch übertroffen werden, sagte Blum der SZ.
Immerhin dauert das Kino Open Air im Stadtsaalhof heuer
zwei Tage langer und es hat noch nicht einmal geregnet.
Der 34-Jährige freut sich, dass auch Filme wie „Erbsen
auf halb sechs" von Lars Büchel ankommen und
nicht nur die Blockbuster. Der Kinosommer hat auch schon
sein Stammpublikum, so dass Blum erwägt, nächstes
Jahr einen Kinopass einzuführen. Daneben beobachtete
Blum auch, dass jeder Film seine besonderen Fans hat.
Vor dem schwedischen Film „Kops" am Dienstag
wäre es beinahe zu einer Kindsgeburt gekommen. Die
angehenden Eltern standen gerade um Crêpes an, als
es losging, sie fuhren dann schnell ins Krankenhaus. |
|
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
Mit
Popcorn durch die Galaxis
Während auf der Riesenleinwand im Innenhof des Fürstenfeldbrucker
Veranstaltungsforums die Laserschwerter der Jedi-Ritter
nur so brummten, knusperte Marco (11) aus Dachau genüsslich
sein Popcorn. |
 |
|
|
| |
Härtere Wettererscheinungen wie Blitz
und Donner ersparte der reale Brucker Himmel den etwa
150 Premieren-Besuchern des „Kinosommers 2005",
und die paar Regenschauer konnten die Fans von „Star
Wars", Teil drei, sowieso nicht abschrecken. Obwohl
es vielleicht doch schöner gewesen wäre, wenn
der Leinwand-Sternenkrieg unter einem Sternenhimmel stattgefunden
hätte, den die Regenwolken auch freigegeben hätten.
soy/Foto: Günther Reger |
|
| |
 |
|
| |
„Star
Wars III" eröffnet den Fürstenfelder Kinosommers
/ 150 Besucher halten trotz schlechter Witterung durch
Fürstenfeldbruck - Für besseres Wetter hätte die viel beschworene
Macht an diesem Abend nun wirklich sorgen können - werden
doch in den „Star Wars"-Filmen ganz andere Schwierigkeiten
gemeistert. Aber Klaus-Peter Waldhelm und sein elfjähriger
Sohn Tim aus Mammendorf lassen sich von schlechten Vorhersagen
nicht einschüchtern. Mit warmer Kleidung und Regenschirmen
bewaffnet warten sie auf den Beginn von „Star Wars III".
Sie haben den Film zwar schon im Kino gesehen, wollen ihn aber
noch einmal mit der Open-Air Atmosphä-re und der 105 Quadratmeter
großen 'Leinwand erleben. „Letztes Jahr hat es nicht
geklappt, da wollten wir heuer schon dabei sein", sagt
Vater Waldhelm, wäh-rend er und Tim sich die Wartezeit
mit wärmen Hähnchenschlegeln, Baguette und Cola verkürzen.
Die Waldhelms sind zwei voninsgesamt
150 Zuschauern, die für den Eröffnungsfilm des dritten
Fürstenfelder Kinosommers in den Stadtsaalhof gekommen
sind. Viele haben ihre Kinder mitgebracht - eines ist sogar
verklei-det und hat sein selbst gebasteltes Laserschwert dabei.
„Wenn der Kinosommer ein Familienfest wird, freut mich
das ganz besonders", so Tom Blum, der Veranstalter des
Kinospektakels.
Der 35-jährige Licht- und Toningenieur arbeitet für
viele Open-Air Events, auch im Ausland. Doch der Fürstenfelder
Ki-nosommer ist sein Heimspiel, wo er unter anderem seine Ideen
als Lichtdesigner ausprobiert. So hat er Pinspots in der Traverse
um die Leinwand herum angebracht, die während des Films
noch schwach leuchten. „Wir möchten den Leuten ein
schönes Freiluft-Gesamterlebnis bieten. Licht und Ton sind
da wichtige Zutaten", sagt Blum. Deshalb gebe es in Fürstenfeld
auch noch keinen Dolby-Surround-Sound, da im Stadtsaalhof zu
viele Echos produziert würden.
Mittlerweile ist es 21.45 Uhr. Tim hat sich noch Popcorn am
Kinokiosk geholt, der sich in der unteren Hälfte des Projektionswagens
befindet. Tom Blum und sein fünfköpfiges Team sind
auf hungrige Cineasten vorbereitet: 100 Kilogramm Mais, genau
so-viel Zucker und vier Kartons Fett sind eingekauft für
frisch gemachtes Popcorn. Nachdem sechs Abgesandte der „Storm
Troopers", eigentlich eine Delegation des „Star Wars"-Kostümclubs,
die Zuschauer live und in voller Kampfmontur auf den dritten
Teil der Science-Fiction-Saga eingestimmt haben, fängt
der Film an. Und irgendwann zwischen der Verwandlung vom guten
Anakin Skywalker zum bösen Darth Vader passiert es doch:
Regenschauer setzen immer wieder ein. Doch tapfer wie die Jedi-Ritter
halten die Zuschauer durch. Genervt vom gelegentlichen Regen
bleiben auch Star-Wars-Fan Tim Waldhelm und sein Vater bis zum
Ende.
Natascha Gerold |
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
 |
Open Air im Fürstenfelder
Klosterhof bis zum 14. August
Kino pur mit Wind und unter freiem
Himmel
Auftakt mit Mission Impossible III / Veranstalter
Tom Blum bietet heuer eine noch größere Leinwand Fürstenfeldbruck • Die letzten
Vorbereitungen zum Start für den 4. Fürstenfeldbrucker
Kinosommer laufen an: Die Absperrgitter im hinteren Bereich
werden geschlossen, Süßes, Salziges, Popcorn,
Prosecco, vegetarische Wraps, alles steht griffbereit,
das Wechselgeld liegt parat. Der Hof ist mit mediterranen
Pflanzen geschmückt. Ein Blick zum Himmel zeigt,
noch sieht es gut aus, schließlich hat es im Laufe
des Nachmittags schon ausgiebig geregnet. Die "Flamelights"
am Eingang simulieren flackernde Feuer. Veranstalter Tom
Blum erklärt: "Diese "lichtdesignerische
Gimmicks sollen das Gesamtwohlbefinden steigern". |
|
|
| |
Doch das ist vorerst gar nicht nötig. Schon kurz
nach Öffnung der Kassen trudeln die ersten Open-Air-Kinofans
ein. Kurze Hose, einen Pulli lässig über die
Schulter geschlungen das spricht für Optimismus,
auch die Sechserkarte, die Holger Kretzschmar sich abstempeln
lässt. "Ich habe im letzten Jahr alle Vor-stellungen
verpasst", verrät er, heuer will er Kino pur
genießen. Dass er bei sechs Eintritten eine Vorstellung
gratis besucht, ist ein zusätzliches Zuckerl. Eine
Gruppe junger Leute traut dem Wetter weniger. Sie haben
vorsorglich einen Besucher losgeschickt, um wetterfeste
Kleidung heranzuschaffen.
Starke Nerven
"Das wird schon", sagt Blum mit einem gewissen
Zweckoptimismus. Viel schlimmer als im vergangenen Jahr,
als insgesamt nur 2000 Zuschauer kamen, kann es eigentlich
nicht mehr werden. Das Projekt - das einzige, das der
Selbstständige in Eigenregie durchzieht - sei ohnehin
längerfristig angelegt. Zehn Jahre will Tom Blum
durchhalten. Machbar sei dies mit "dicken Nerven,
Durchhaltevermögen und vor allem Liebe zum Kino",
sagt der unter anderem gelernte Filmvorführer.
Heuer kommen die Zuschauer in den Genuss einer neuen,
rund 120 Quadratmeter großen Leinwand. "Das
ist keine Gigantomanie", sagt Blum, sondern habe
den Vorteil, dass beide gängigen Filmformate ohne
"Letterbox", das heißt,. ohne Begrenzungsstreifen
zu sehen seien, die Leinwand ist komplett ausgeleuchtet.
Zwei Highlights bietet der Kinosommer außerdem:
Franz Gernstl wird am Samstag in Bruck den 100 000 sten
Besucher seines Films "Gernstls Reisen" begrüßen.
Am darauf folgenden Dienstag kommt Regisseur Stefan Betz
zu seinem Streifen "Grenzverkehr" in den Klosterhof.
Es ist wie verhext. Pünktlich zum Start setzt um
halb zehn der Regen ein, erst kurz vor dem Nachspann verziehen
sich die Tropfen.
Die rund 150 Cineasten bleiben entweder eisenhart sitzen,
manche verziehen sich unter die Torbögen oder nutzen
die Chance zu einer Kuschelinitiative unter den großen
Schirmen. Timo aus Bruck bekommt das, was er unter Open
Air versteht:
"Wind, Geräusche, Natur". Spot aus, Film
ab, "Mission Impossible III" hebt ab und sorgt
für Spannung. Der Titel - ein Symbol für den
Kinosommer? Es wäre schade um Blum und seinen Jugendtraum
von der eigenen Kinoveranstaltungsreihe.
EDITH SCHMIED |
|
| |
Franz Xaver Gernstl hat seine Wette
gewonnen
In Fürstenfeld begrüßte er die 100
000. Besucherin seines Films
VON FLORIAN SANKTJOHANSER
Fürstenfeldbruck - Der Mann hat
gut lachen. Strahlend steht Franz Xaver Gernstl am Fuß
der großen Leinwand und genießt den Applaus
für sein Lebenswerk und den Gewinn einer Wette. Nicht
mehr als 20 000 Zuschauer könne er in die Kinos locken
mit seinem dokumentarischen Roadmovie, hätten ihm
drei bedeutende Persön-lichkeiten aus dem TV-Geschäft
prophezeit, sagt Gernstl schmunzelnd. Locker 100.000 würden
kommen, habe er da frech dagegen gehalten.
|
 |
|
|
| |
Die 70-jährige Bruckerin Hertha Perzlmaier hatte
nun die Ehre, als 100000. Besucherin Gernstls Reisen zu
sehen. Neben Blumen und anderen Präsenten bekam sie
vom Regisseur vor dem Film ein T-Shirt mit dem Aufdruck
"Weiber, Bier und Bratwürste". Um die besten
von diesen drei Lebensfreuden aufzuspüren, war Gernstl
1983 mit seinen zwei Freunden und buschigem Schnurrbart,
den er heute mit seiner Frank Zappa-Anhängerschaft
entschuldigt, losgezogen. Im VW-Bus durchmaßen sie
das Land auf dem zehnten östlichen Längengrad
vom Allgäu bis an die Ostsee, mit Kamera und Mikrofon
immer auf der Suche nach interessanten Menschen und ihren
Geschichten, und damit haben sie bis heute nicht aufgehört.
Über 100 kleine Filme sind so bisher entstanden,
die meisten waren im Bayerischen Fernsehen in der bekannten
Reihe Gernstl unterwegs zu sehen. Mit den Jahren hat diese
Serie viele Fans gewonnen, und so ist auch das Open Air
Kino im Ver-anstaltungsforum Fürstenfeld an diesem
Samstagabend trotz Kälte und Regen gut gefüllt.
In dicke Jacken
und Decken eingemummt sitzen die Zuschauer unter ihren
Regenschirmen und las-sen sich ihre gute Laune nicht verderben.
"Die Umstände passen zum Film", meint Daniela
Janczik (49) aus Grafrath. Schließlich reise Gernstl
auch bei jedem Wetter. Seit langem schaue sie die Serie
als treuer Fan im Bayerischen Fernsehen. "Ich mag
die Spontaneität, mit der Gernstl die urigen Typen
anspricht und dass er die Leute einfach reden lässt",
sagt sie. Spontanität spielte auch bei der Entstehung
des Films eine große Rolle. Sein Cutter, der die
alten Folgen nicht kannte, habe nur eine besondere Szene
im Archiv gesucht und habe dann gemeint, sie hätten
damals ja tolle Sachen gemacht, erzählt Franz Xaver
Gernstl. "Ich habe ihm nicht widerspro-chen, und
als ich nach einer Woche Urlaub zurückkam, hatte
er einen 10-Minuten-Film zusammen geschnitten".
Die Suche nach dem Glück
Daraus entstand schließlich
mit "Gernstls Reisen" ein amüsantes, sehr
unter-haltsames Roadmovie. So erzählt ein Käser
von den Schwätzchen mit seinen Roquefort-Bakterien,
ein Möbelrestaurator von seiner tiefen Zufriedenheit
mit seiner Arbeit und ein langhaariger bärtiger,
Prophet von sei-ner Erleuchtung. Alle sind auf ihre ganz
eigene Weise auf der Suche nach dem Glück, wie der
Untertitel des Films verrät, und Franz Xaver Gernstl
folgt ihnen dabei:
"Und zwar so lange, bis der Zweite von uns im Rollstuhl
sitzt. Dann machen wir zu-sammen eine schlecht gehende
Kneipe auf". |
|
| |
 |
Ein
Glücksfall für Fürstenfeld
Der Grafrather Tom Blum ist seit dem Jahrhundertsommer
2003 für den Kinosommer verantwortlich
Fürstenfeldbruck • Die Laufbahn
von Tom Blum begann in den 90er-Jahren im Kino Breitwand
in Gilching. Dort wechselte er als Vorführer die
Filmspulen aus und verkaufte Tickets und Süßigkeiten.
Dann betreute er die Technik der Open-Air- Vor-führungen
des Breitwand, ehe er sich selbstständig machte.
|
|
|
| |
Am gestrigen Mittwoch war der 36-Jährige noch in
der Schweiz und arbeitete am Licht-Design für eine
Oper. Als Toningenieur sorgte er unlängst bei einem
Auftritt der Band Fury in the Slaughterhouse für
die Akustik. Während Blum wegen solcher Events viel
unterwegs ist, liegt Fürstenfeld für den Grafrather
quasi vor der Haustür. Ein-mal im Jahr selber eine
Veranstaltung machen, ist seine Motivation. Für das
Veranstaltungsforum Fürstenfeld ist Blum ein Glücks-fall.
Im Sommer 2000 hatte der Cineast Markus Seitz die Brucker
mit witzigen Kultfilmen und dem Stummfilmklassiker "Das
Cabinet des Dr. Caligari" verwöhnt. Weil im
Veranstaltungsforum Mainstream angesagt ist, übernahm
das Konzertbüro Augsburg die Regie. Im Mai 2002 sagten
die Augsburger überraschend ab, weil sie angeblich
überlastet waren.
Das schlechte Wetter hätte das Open Air 2002 wohl
zum finan-ziellen Desaster werden lassen. Tom Blum meldete
sich rechtzeitig zum so genannten Jahrhundertsommer 2003.
Er und sein Team hatten damals Probleme, die Anlage aufzubauen,
weil die Metallteile des Gerüstes so heiß waren.
Blum baute einen Teil des Daches ab, um richtige Open-Air-Stimmung
zu kriegen. Etwa 7000 Besucher kamen zu seinem ersten
Fürstenfelder Kinosommer. 2005 waren es deutlich
weniger, aber jetzt ist Blum optimistisch, was das Wetter
betrifft. Sein Programm lobt er, aber Experimente sind
seine Sache nicht. Zumindest was das Geschäft betrifft.
Ein großer Event steht Blum im Dezember bevor:
Dann wird er Papa. |
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
 |
Kurzweilige
Kurzfilmnacht
Bei der ersten "Night of the shorts"
in Fürstenfeld gibt es Beifall für jeden Beitrag
Fürstenfeldbruek • Ein bisschen
Aufmunterung konnte Tom Blum nach der vergangenen Woche
gut gebrauchen: Da musste der Veranstalter des Fürstenfelder
Kinosommers mit ansehen, wie zum wiederholten Male das
Wetter den Auftakt der Veranstaltung zu einer Enttäuschung
werden ließ. Ein schönes Trostpflaster dürfte
da der Applaus gewesen sein, den das Publikum am Montagabend
jedem Beitrag zur erstmals veranstalteten Kurzfilmnacht
widmete. "Es kam sehr gut an", freute sich Blum
über mehrheitlich positives Feedback auf das Programm.
|
|
|
| |
Etwa 200 Besucher hatten den Weg in den Klosterhof gefunden
- darunter zahlreiche jüngere Gäste, die bei
den anderen Vorführungen oft an einer Hand abzuzählen
waren. Die bekannteren Filme hätten die Jugendlichen
wahrscheinlich schon im Kino gesehen, vermutete Blum als
Ursache: Für die "Night of the shorts"
hatte Blum acht preisgekrönte Kurzfilme aus Deutschland
ausgewählt, die - jeweils vier am Stück - über
die große Leinwand flimmerten. Dabei wurde den Besuchern neben namhaften Schauspielern
wie Jasmin Tabatabai oder Franka Potente vor allem auch
eme interessante Mischung aus verschiedenen Genres geboten:
Vom Beziehungs-Drama "Pieces of my heart"bis
zur Komödie "Dufte", von der Romanze "La
Mer" bis zur irrwitzigen "Neuschwanstein conspiracy".
Diese Komödie avancierte neben "Dufte",
beide unter der Regie von Ingo Rasper entstanden, zum
Publikumsliebling: Wegen eines Missverständnisses
beauftragt ein ziemlich konfuser US Präsident einen
in Bayern lebenden Türken, das Schloss Neuschwanstein
zu sprengen - dafür landet die Hochzeitstorte für
seine Tochter in einem Terroristencamp in Afghanistan.
Einen würdigen Abschluss der Kurzfllmnacht bildete
dann "Immer" - ein Film über ein Paar,
das sich schließlich doch noch die Treue schwört,
nachdem es sich nach 43 Ehejahren beinahe getrennt hätte.
Auf die Treue der Zuschauer hofft Blum selbst nun für
die noch ausstehenden Vorführungen: In seiner kurzen
Ansprache zu Beginn forderte er am Montag das Publikum
auf, bei "natürlich bestem Sommerwetter"
in der kommenden Woche wiederzukommen.
Die verbleibenden Highlights des Festivals, unter anderem
der Film-Klassiker "Hair" oder der abschließende
Wunschfilm können Blum durchaus auf guten Besucherzuspruch
an den verbleibenden Veranstaltungs-Tagen hoffen lassen.
Dennoch hat er die Befürchtung, dass der schlechte
Start nicht mehr ganz aufzuholen ist. Sollte es im nächsten
Jahr trotzdem wieder ein Kino-Open-Air in Fürstenfeldbruck
geben, will Blum die "Night of the shorts" voraussichtlich
wiederholen.
DOMINIK WEISS |
|
| |
Kinosommer als
Publikumsmagnet
Treffpunkt von Besuchern, die ansonsten nicht
ins Kino gehen
Fürstenfeldbruck - Vom Überraschungshit
"Wer früher stirbt ist länger tot",
über den Hollywood-Blockbuster "Fluch der Karibik
3" bis zum Klassiker "Hair" gibt es im
diesjährigen Kinosammer, der vom 7. bis 22. August
im Veranstaltungsfarum Fürstenfeld stattfindet, wieder
jede Menge Filme für jeden Geschmack. Veranstalter
Tom Blum nimmt sich für die Auswahl der Filme immer
viel Zeit, um auch den Nerv seines Publikums zu treffen.
|
 |
|
|
| |
Erstes Kriterium ist, dass der Film auch mir gefallen
muss", sagt er. Wertvolle Tipps holt er sich darüber
hinaus von seiner Lebensgefährtin.
,,Das ist schon eine harte Jury", sagt Blum lachend.
Bei aller Härte wird jedoch versucht, für jeden
Geschmack etwas zu finden. Brandaktuelle Kinahits müssen
dabei jedoch außen vor bleiben. "Hier gibt
es limitierte Filmkopien und Sperrzeiten, weil die Verleihfinnen
natürlich zuerst ihre regulären Kinos beliefern
wollen", sagt Blum ..
Ein finanzielles Risiko ergibt sich bei der Filmauswahl
auch immer wieder mal. ,,Da werden zum Teil sehr hahe
Verleihgebühren verlangt, die unabhäilgig davon
fällig werden, wie viele Leute kammen."
Die DVD sieht der Veranstalter des Kinosommers dabei nicht
unbedingt als Kon-kurrenz an. "Mit fremden Leuten
gemeinsam einen Film anzusehen, ist etwas anderes, als
sich auf dem Sofa eine DVD einzulegen." Aus diesem
Grund glaubt Blum auch daran, dass das Kino trotz der
jünlgsten Grabgesänge überleben wird. "Man
kann Kino und DVD nicht miteinander vergleichen."
Mittlerweile hat Blum mit seinem Kinosommer sogar einen
graßen Kreis an Stammpublikum gefunden, der ansonsten
nicht ins Kino geht. Viele dieser Besucher hätten
das Gefühl, alle wichtigen Filme des Jahres beim
Kinosommer zu sehen zu bekommen. "Ein größeres
Lob kann man als Veranstalter eigentlich kaum bekommen",
freut sich Blum.
ANDREAS DASCHNER |
|
| |
 |
Rosinen
und ganz persönliche Favoriten
Der Stadtsaalhof ist bis einschließlich
22. August Kino-Freilichtbühne
- der Start mit "Wer früher stirbt ist länger
tot" war zwar ein Schlag ins Wasser. Doch Initiator
Tom Blum'bleibt optimistisch:
"Rund 120 Besucher haben eisern durchgehalten".
Und auch in den vergangenen Tagen lief es zufriedenstellend.
VON ANGI KIENER
|
|
|
| |
Fürstenfeldbruck - "Ohne die
finanzielle Unterstützung unserer Partner wären
dem Projekt Kinosommer längst die Felle davon geschwommen",
meint Tom Blum· im Hinblick auf die letzten beiden
Jahre, an denen er bereits mit Regenschauern rund um die·
Leinwand zu kämpfen· hatte.
Auch in diesem Jahr war der Start alles
andere als sonnig: "Pünktlich um 20 Uhr hat
es aus Eimern geschüttet, der Platz stand im Nu unter
Wasser", erzählt Blum. Die treuen Frischluft-Kinogänger
hielten ihm die 'Stange, immerhin wollten rund 120 Besucher
den Open-Air-Kinos mit dem Rosenmüller-Uberraschungserfolg
erleben. Wie für jeden Kinosommer hat Blum
für seine· Besucher wieder die Rosinen aus
der Kinowelt gepickt - seine ganz persönlichen Favoriten
smd der Klassiker "Hair" (16. August), "Little
Miss Sunshine" (12. August) und die "Night of
Shorts" (13. August), in. der acht ausgewählte
deutsche Kurzfilme gezeigt werden, die unter anderem mit
prominenten Schauspielern wie Franka Potente besetzt sind.
Ein weiteres Highlight kündigt Blum für den
17. August an: Zum Sport-Dokufilm der weltbesten Extremkletterer, die in ,,Am Limit" zeigen,
was sie drauf haben, hat sich die Brucker Ortsgruppe des
Deutschen Alpenvereins angekündigt, die für
Live-KIet-terspaß sorgen wird. "Es wäre
schade, wenn· der Kinosommer wegen des Wetters
sterben würde. Für mich ist die Organisation,
die immerhin ein halbes Jahr'dauert, jedesmal ein innerer
Kampf und ich fange mich zu fragen, wozu ich. mir das
antue", meint der in Grafrath lebende Blum.
Vor 20 Jahren hat er seine Liebe zum Kino entdeckt, war
Vorführer im damaligen Programmkino "Breitwand"
in Gilching. "Da hat's mich echt erwischt. Es ist
einfach schön, sich· gemeinsam mit Fremden
einen Film anzusehen, die Emotionen zu teilen. Ich bin
mit Herzblut bei der Sache."
,,Darum mache ich auch weiter", verspricht der leidenschaftliche
Cineast. Und er kann sich des Zusptuchs derer sicher sein,
die gerne und immer wieder kommen. Denn: es gibt durchaus
eine Schar von Stammkunden, die es jedes Jahr zum Freiluftkino
nach Fürstenfeldzieht - wie zum Beispiel Familie
Kaiser aus Puch, die diesmal auch ihre Kinder zu "Shrek
der Dritte" mitgebracht hat: "Wir waren letztes
Jahr viermal hier und werden auch heuer mehrmals kommen",
verspricht Gina Kaiser.
Auch die Landkreis Jugend hat entdeckt, dass Kino unter
freiem Himmel im wahrsten Sinne des Wortes "echt
cool" ist und ganz nebenher auch ein wenig abhärtet. |
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
Erfolgreicher Kinosommer: Filmhighlights
unterm Nachthimmel
Das gehört zum Sommerflair in Füstenfeld-bruck
einfach dazu: Der Füstenfelder Kinosommer im Stadtsaalhof
hat trotz des wechselhaften Wetters eine feste Fangemeinde.
Rund 5.300 Filmfreunde genossen heuer an 16 Abenden
Stars unterm Nachthimmel. Das Kinosommer-Team ist höchst
zufrieden mit dem Erfolg und verspricht eine Wiederholung
im nächsten Jahr, auf die wir uns schon alle freuen.
|
 |
|
|
| |
 |
Open Air und unterm
Dach
Beim Fürstenfelder Kinosommer
gibt es jetzt auch Plätze in der Stadthalle
Fürstenfeldbruck Der Fürstenfelder Kinosommer fin-det heuer vom 5.
bis 20. August zum sechsten Mal in Kloster Fürstenfeld
statt, und Veranstalter Tom Blum hat sich etwas einfallen
lassen, um die Zuschauer vor den Widrigkeiten des Wetters
zu schützen. In diesem Jahr wird die 129 Quadratmeter
große Leinwand im Hof installiert und der Stadtsaal
geöffnet, so dass dort auf der Bühne 250 Logenplätze,
wie Blum es nennt, angeboten werden können. |
|
|
| |
Lange
hat er sich geweigert, einen Teil der Sitzplätze
mit einem Dach auszustatten, weil er fand, das widersprche
der Idee des Open-Air-Kinos. Aber die finanziellen Einbußen
durch schlechtes Wetter haben einen Sinneswandel bewirkt.
Er habe überlegt, ein Zelt aufzustellen oder ein
Dach zu installieren, aber das wäre zu teuer gewesen,
erzählt Blum. Dank der Koopera-tion des Veranstaltungsforums
steht nun die Bübne des Stadtsaales zur Verfügung.
Kiosk in der Tenne
"Ich bin wesentlich entspannter, nachdem wir in
den vergan-genen Jahren dem Regen immer völlig ausgesetzt
waren", sagte Blum der SZ. Außerdem werden
im Durchgang ein paar Stühle aufgestellt. Der Hof,
der damit als Parkett fungiert, bietet Platz für
maximal 950 Plätze. Gastronomie und Kiosk hat Blum
in diesem Jahr im Untergeschoss der Tenne platziert. \
Neu ist ein Familienticket, das Blum anbietet, der seit
über eineinhalb Jahren selbst Vater ist. In der Kurzfilmnacht
am Dienstag, 12. August, zeigt er in diesem Jahr sechs
"familientaugliche" Streifen aus Deutschland,
die sich um das Thema des Er-wachsenwerdens drehen. Die
kleinen Helden träumen noch vom Erwachsensein und
kämpfen für ihre Rechte und, Träume. Zu
sehen sind in den Filmen unter anderem Sebastian Koch,
Monika Bleibtreu und Andreas Bahr.
Beibehalten hat Blum auch den Publikumswunschfilm, der
am letzten Tag des Kinosom-mers, am Mittwoch, 20. August,
gezeigt wird. Die Abstimmung läuft im Internet auf
der Hornepage des Festivals qnter www.fff-kinosommer.de/
wunschl/.
Das Programm des Fürstenfelder Kinosommers besteht
aus deutschen Komödien wie "Kei-nohrhasen ",
der zum Auftakt am Dienstag, 5. August läuft, von
und mit Til Schweiger, der den Boulevardreporter Ludo
gibt, über "Indiana Jones IV" mit HarrisonFord
(6. August) sowie dem mehrfach ausgezeichneten israelisch-französischen
Werk "Die Band von nebenan" über die Odyssee
eines ägyptischen Polizeiorchesters (7. August).
Die Komödie "Outsour-ced" von John Jeffcoat
karikiert den Lebenslauf eines Call-Center- Managers,
der seinen Job ver-liert (17. August).
Dazu laufen "Kirschblüten -Hanami" von
Doris Dörrie mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner
(10. August) und die tschechische Komödie "Leergut"
über einen Lehrer, der aussteigt (15. August). Als
Doku-mentarfilme zeigt Blum "Shine a Light"
von Martin Scorsese über zwei Auftritte der Rolling
Stones im New Yorker Beacon Theatre (8. August) sowie
den Landschaftsfilm "Unsere Erde", der das Überleben
von Tieren in ihrer bedrohten Umwelt zeigt (16. August).
Wieder mal bei ei-neOpen-Air-Kino dabei ist "The
Big Blue" von Luc Besson (13. August). Die. Filme
starten jeweils um 21.15 Uhr, Einlass ist ab 20 Uhr. PETER
BIERL |
|
| |
Open-Air-Kino etwas regenfester
gemacht
,,So eine lange Besucherschlange vor der Kasse
hab' ich hier noch nie er-lebt. Die Filmfreunde standen
bis zur Amper an", erzählt der Veranstalter
des Fürstenfelder Kinosommers, Tom Blum. Mit dem
Publikumsschlager "Keinohrhasen" eröffnete
Blum die Filmreihe
VON ANGI KIENER
|
 |
|
|
| |
Fürstenfeldbruck - Am zweiten Abend
lief "Indiana Iones IV" über die 122 Quadratme-ter
große Leinwand. Wie Blum meinte, sei das zwar nicht
unbedingt ein Film für den klassischen Open-Air Besucher,
doch im· Laufe des Abends füllte sich der
Stadtsaalhof doch gut zu zwei Drittel.
Die durch die verregneten Vorjahre sprichwörtlich
mit allen Wassern gewaschenen Besucher kamen zumeist bestens
ausgerüstet und schleppten Körbe mit Decken,
Kissen und allerlei Verpflegung mit in den Stadtsaalhof. Dieser präsentiert sich heuer um 180 Grad gedreht
- und so bietet die Bühne des großen Saals
zusätzlich zu den 1000 unbedachten auch 250 regensichere
Logenplätze. "Wir haben versucht, den Kinosommer
etwas regenfester zu gestalten, und hoffen, dass unser
neues Konzept auch bei gu-tem Wetter aufgeht", meinte
Blum zuversichtlich.
Die Ehepaare Kerstan und Gallitzendörfer haben es
sich an der Tennenaußenwand am Biertisch gemütlich
einge-richtet: Mit Käse, Wein, Trau-ben und Rotwein
gut versorgt erwarten sie den Start des } Films. "Ich
steh' auf Indiana Jones", gesteht Siglinde Kerstan
und gemeinsam mit ihrem Mann Karlheinz wird sie heuer
nochmal beim Kinosommer vorbeischaun. Denn, und da sind
sich die Ehepaare einig: "Eine Kinosommemacht unter
freiem Himmel wäre einfach zu wenig."
Tanja, Stefanie, Michaela sind das erste Mal in diesem
Sommer hier, ihr Begleiter Hans-Jürgen ließ'
sich zur Eröffnung schon vom Andrang auf den Film
Keinohrhasen beeindrucken. Neben 14 Spielfilmen, der Kurzfilmnacht
und dem Pu-blikums- Wunschfilm werden die Besucher auch
gastrono-misch gut versorgt. Diesmal gibt‘s zum
gewohnten Ange-bot an deftigen Würstln noch feine
Crepes und natürlich, wie es sich für einen
gelunge-nen Kinoabend gehört, jede Menge Popcorn.
"Man versucht das Beste es sich bequem zu machen",
meinen die Teenager Sebastian und Max, die es sich in
den Liegestühlen in der ersten Reihe bequem gemacht
und lässig die Füße hochgelegt ha-ben.
Kinosommer-Organisator Tom Blum hat einige Extra -Tipps
für den diesjährigen Kinosommer parat. Besondere
Bedeutung hat für ihn die Kurzfilmnacht (Dienstag,
12. August): "Die ist dieses Mal auf Familien ausgerichtet
und behandelt in den einzelnen Streifen das Thema Erwach-senwerden."
Ein Lieblings-film BIums ist "Unsere Erde-“
und „Rausch der Tiefe", der auf Riesenleinwand
einfach zum Erlebnis wird. Zu seinen Fa-voriten zählt
auch der Erleb-nis- und der Pelzig-Film "Vor-ne ist
verdammt weit weg", bei dem Thomas inemann die Regie
führte. |
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
 |
In einer sternklaren Sommernacht
reisten die Brucker am zweiten Tag des Fürstenfelder
Kinosommers zu den Sternen. "Star Trek - Die Zukunft
hat begonnen" flimmerte über die riesige Leinwand
im Stadtsaalhof. Obwohl ermäßigter Eintritt
lockte, kamen nur zwei Männer in Kostüm.
VON THOMAS HEINZEL
|
|
|
| |
Fürstenfeldbruck - Die milden Temperaturen
zogen viele Filmfreunde und Science-Fiction-Fans ins
Veranstaltungsforum, wobei der Blick in die Menge eines
offenbarte: Die Abenteuer von Kirk Spack und Co. begeistert
eher das männliche Geschlecht.
Der Veranstalter hatte irr Vorfeld eine Eintrittsermäßigung
und kostenloses Popcorn für diejenigen Besuche
ausgelobt, die in authentischer Star-Trek-Aufmachung
erscheinen. Umso mehr verwunderte, dass lediglich zwei
etwas verloren wirkende Herren in diesem Outfit erschienen
waren. Die beiden Münchner sind seit Jahrzehnten
Fans des Enterprise-Universums und gehen zu allen Filmen
grundsätzlich in der typischen Bekleidung ins Kino.
"Am liebsten mögen wir die Serie aus den Sechzigern"
sagt Peter Groß. "Der neue Film ist aber
auch toll." Sein Captain-Kollege Toni Schindler
ist Mitglied in ei¬nem Star-Trek-Fanclub; von dem
er die Oberteile für sich und Groß angezogen
hat. "Auf die großen' Fan-Treffen gehe ich
aber nicht, das ist mir zu extrem", distanziert
sich Schindler vom Fanatimus mancher "Trekkies".
Und wandte sich gespannt der Leinwand zu. Die actionreiche Handlung und der augenzwinkernde
Humor des aktuellen Star Trek-Streifens sorgten beim Publikum
für Spannung und Heiterkeit. Immer wieder wurde in den
gut besetzten Reihen lauthals gelacht. Und auch das' Ambiente
des Freilichtkinos auf dem Klosterareal fand großen Zuspruch.
"Man sitzt hier sehr gut, das - ist ein richtig schönes
Kino", lobte Harald Lindacher aus - Bruck. "Toll,
dass es das hier gibt."
Veranstalter Tom Blum ist mit dem bisherigen
Verlauf des Fürstenfelder Kinosommers sehr zufrieden. "Die
Besucherzahl am ersten Tag lag deutlich über meinen Erwartungen."
Wenn es sich anbietet, möchte Blum auch für weitere
Vorführungen einen Verkleidungsrabatt ermöglichen.
Für Vorschläge ist der Kinosommer-Organisator offen.
"Die Fans dürfen sich gerne an mich wenden",
meint er.
Besonders stolz ist der Veranstalter darauf, dass Florian Gallenberger,
der Regisseur des Oscar-nominierten Films "John Rabe"
diesen Samstag beim Kinosommer auftritt und den Besuchern etwas
über sein Werk erzählt. "Das spricht für
die überregionale Bekanntheit und den guten Ruf, den unsere
Veranstaltung inzwischen hat |
|
| |
 |
|
| |
Einen Hauch von Glamour brachte Navid Akhavan,
Hauptdarsteller der Komödie "Salami Alaikum",
zum Fürstenfelder Kinosommer. Der Exil-Iraner karn
nach dem Film mit dem Publikum ins Gespräch. Er
erzählte von der Flucht aus seiner Heimat und seiner
Musikkarriere
VON THOMAS HEINZEL
Fürstenfeldbruck - "Hallo München",
begrüßte Navid Akhavan das erstaunte Publikum
im Stadtsaalhof des Ver¬anstaltungsforums. Doch
seinen Lapsus bemerkte er gleich und korrigierte in
"hallo Fürstenfeldbruck". "Das ist
wohl so schlimm, als würde man Köln mit Düsseldorf
verwechseln", mutmaßte der persischstämmige
. Rheinländer.
Die Komödie über einen jungen Deutschperser,
der in Ostdeutschland der Liebe seines Lebens begegnet,
hatte viele Nachtschwärmer ins Freiluftkino gezogen.
Nass wurde das Publikum jedoch nicht nur vor Lachtränen,
sondern auch durch einen Regenguss. Hier konnten sich
diejenigen glücklich schätzen, die einen Platz
im überdachten hinteren Bereich des Hofes ergattert
hatten. Der guten Stimmung taten die Tropfen jedoch
keinen Abbruch. Beim Abspann ertönte begeisterter
Applaus. Nach dem Film st~llte sich Navid Akhavan den
Fragen der Zuschauer. Und die wollten vor allem wissen,
ob der Film auch im Iran gezeigt werde. Der 29-Jährige
verneinte dies und verwies auf die gegenwärtige
politische Situation in seiner Heimat. "Wenn er
dort gezeigt wird, ist der Iran ein freies Land".
Angesprochen auf die zahlreichen musikalischen Einlagen
.in "Salami Alaikum" erklärte Akhavan,
dass er alle Lieder seiner Filmfigur selbst gesungen
habe. Der Kölner schreibt gemeinsam mit seinem
jüngeren Bruder persischsprachige Musik. Mit diesen
Stücken ist er besonders bei der iranischen Exilgemeinde
in Deutschland populär. Veranstalter Tom Blum wollte
vom Ehrengast noch wissen, ob das Publikum an den richtigen
SteIlen gelacht habe. "Ja klar, waren die bezahlt?",
antwortete Akhavan scherzhaft. Der Schauspieler wurde in Teheran geboren und
floh als Kind mit seinen Eltern vor der islamischen Revolution
zuerst in die USA und schließlich nach Deutschland –
keine einfache Situation für die Familie. „Als Kind
gewöhnt man sich sehr schnell an ein neues Umfeld, aber für
meine Eltern war es anfangs natürlich schwer, sich einzuleben“,
erzählte der Schauspieler. Vater und Mutterseien aber längst
in der neuen Heimat verwurzelt, Akvahan selbst sieht sich in erster
Linie als Deutscher."Salami Alaikum" bezieht den Großteil
seiner Komik aus dem Spiel mit Klischees, sowohl über Exil-Iraner,
als auch über Ostdeutsche. "Wir lachen aber nicht über
Kulturen, sondern mit ihnen", betont der 29-Jährige
nachdrücklich. Diesem Standpunkt stimmt auch Arsham Bagheri
zu, ein persischstämmiger Besucher der Kinovorstellung. "Es
ist gut, dass gezeigt wird, dass wir keinen Fanatismus haben",
freut sich der Brucker Teppichhändler.
|
|
|
 |
|
| |
|
|
| |
 |
Großes Kino - großes Theater
Kino Open Air im Kloster Fürstenfeld
Der Fürstenfelder Kinosommer und die neue Theaterreihe im Klosterhof Fürstenfeld bestätigen die Bedeutung des Klosterareals als einen der wichtigsten Veranstaltungsorte in unserer Region: Ab dem 3. August entführen die bewegten Bilder 16 Tage lang jeden Abend Outdoor-Cineasten in den stimmungsvollen Klosterhof. Das Programm verspricht lohnende Filme, wobei dieses OpenAir freilich auch von seiner besonderen Stimmung unter freiem Himmel lebt: historische Gebäude, moderne Kinotechnik, eine besonders große Leinwand und laue Sommernächte. Und sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, so finden sich im hinteren Teil des Zuschauerraums (der Loge sozusagen) überdachte Plätze mit besten Sichtverhältnissen - sie sind zumeist als erste besetzt.
|
|
|
|
| |
Organisator Tom Blum und seine Mannschaft haben dieses Jahr wieder eine Filmauswahl getroffen, die sich sehen lassen kann. Neben den obligatorischen Filmhighlights des vergangenen Jahres, (',Avatar", "Inglourious Basterds") und den leicht-beschwingten Komödien ("Zweiohrküken", "Wenn Liebe so einfach wäre"), die natürlich bei keinem Kino Open Air fehlen dürfen, trauen sich die Macher des Kinosommers auch mal an eher ungewöhnliche Titel fürs Freiluftkino. "Das weiße Band", der Abräumer beim diesjährigen Deutschen Filmpreis, wird die Gäste auf eine harte Probe stellen: Schwarzweißbilder, reduzierte Tempo, fehlende Musik, unbequemes Thema - und das über zweieinhalb Stunden. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt
bekommt dafür ein Meisterwerk fernab vom Kinomainstream zu sehen! Oder "Lourdes", in dem Regisseurin Jessics Haussner in halbdokumentarischem Stil über eine Wunderheilung im bekannten Wallfahrtsort erzählt. Die Beschreibungen des strengen, bis ins letzte Detail durchgeplanten Tagesablaufs an der Pilgerstätte, lässt kaum ahnen, dass hier wirklich Wunder geschehen können. Und doch passiert es, als sich der Zustand der MS-kranken Christine plötzlich verbessert. Der Film überlässt es dem Zuschauer, was er selbst glauben möchte - genug Stoff für Diskussionen auf dem Nachhauseweg. Und schließlich greifen die Programm-Macher weit zurück in die Filmgeschichte und zeigen mit "Der Dritte Mann" Carol Reeds Krimi-Filmklassiker von 1949. Orson Wells in der Haupt-Nebenrolle und das unvergessene musikalische Zither-Thema von Anton Karas. Es ist schön, dass auch solche Filme mal auf einem Open-Air zu sehen sind!
Zwei Besonderheiten sollten noch erwähnt werden: Am 8.
August hat Autor Jan Weiler, der die Vorlage zu "Maria ihm schmeckt's nicht" geschrieben hat, seinen Besuch angekündigt. Und mit der Preview von "Männer im Wasser" am 18. August wird das Kinosommer-Programm abgerundet. Es erinnert damit fast schon an ein kleines Arthaus-Festival unter freiem Himmel. Übrigens: In den letzten Jahren kamen echte Open-Air-Profis mit Schlafsack und Liegestuhl daher. Das macht Laune, steckt an und zeigt, wie man den Sommer genießen muss. Infos zum Programm und zu allen Filmen unter www.ffb-kinosommer.de.
Markus Eisele (Jezza! Magazin) |
|
|
|
| |
 |
|
| |
 |
|
| |
Manischer In-Ordnung-Bringer
Mit „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ hat Jan Weiler einen großen Bucherfolg gelandet – der Film lief jetzt beim Kinosommer
Fürstenfeldbruck - "Der ist ja genau wie du", fiel scho Jan Weilers Mutter bei der Premiere des Films "Maria, ihm schmeckt's nicht" auf. Ziemlich genau vor 369 Tagen war das. Und tatsächlich, Jan im Film, gespielt von Christian Ulmen, und Jan zu Gast beim Fürstenfelder Kinosommer haben einiges gemeinsam. Die italienische Frau zum Beispiel, die mangelnden Sprachkenntnisse, die den Hauptdarsteller verwirrt durch den FfIm stolpem lassen. Ein Gefühl, dass der Autor des gleichnamigen Buches durchaus nachvollziehen kann, wenn er sich an die ersten Besuche bei der Famllie seiner Frau erinnert. Allerdings verpasste der Drehbuchautor Weiler dem Film, wegen der Dramaturgie, eine Rahmenhandlung einen Plot, der dem Buch fehlte. Da wird nämlich auf Seite 14 schon geheiratet, während hingegen auf der Leinwand die Frage "Hochzeit oder nicht bis zum Schluß offen bleibt.
Kurz vor Beginn der Vorstellung in Fürstenfeld tritt Jan Weiler mit großen, ausladenen Schritten vor die Leinwand, kündigt den Film als "fünfdimensional" an, wozu er wohl auch Regen, Wind und Kirchturmgeläute zählt und kündigt ganz nebenbei die Forstsetzung mit "Antonio im Wunderland" für das Jahr 2012 an. "Ob ich das noch erlebe", zweifelt ein nicht mehr ganz junger Zuschauer. Ein Rätsel hat Weiler für die Kinofans außerdem parat. Wer genau aufpasst, entdeckt ihn sogar als Schauspieler, "in der kleinsten Sprechrolle", wie ' sich im zweiten Teil herausstellt, als Standesbeamter. Als Zeitvertreib für die Pause bietet er Gespräche an, zudem "Tätowierung und Amputation".
An die medizinischen Künste eines Doktor Weiler wagt sich dann aber doch keiner der Zuschauer ran. An seine Gesprächs- und Autogrammbereitschaft deutlich mehr. Weiler lehnt entspannt am Bistrotisch, schwarzes Outfit, dunkle Brille, am Hosenbund eine Schlüsselkette. "Damit ich nicht ständig suchen muss" J erklärt er seine Schussligkeit. Die habe er nämlich, trotz eines ausgeprägten teutonischen Ordnungssinnes, "weil ich in jeder blöden Sekunde meines Lebens arbeite". "Ich bin ein entfesselter Aufräumer" , sagt er, "ein manischer In-Ordnung-Bringer". Aber dennoch Typ "zerstreuter Professor", der schon mal ohne Reisepass beim Check-In steht und sich anband seines Buches - "peinlich, peinlich" - ausweisen muss. Weiler plaudert locker aus dem Nähkästchen, über die Panne beim Heiratsantrag, den er, weil ins Ohr geflüstert, wegen des Länns im Nachtwerk, wiederholen musste, seine Abneigung gegen das Reisen und Fragestunden, seine Vorliebe fürS Vorlesen. Am liebsten würde er ja schreiben lassen, "von Leuten in ungeheizten Räumen und zudem schlecht bezahlt". Ein verkapptes Kapitalistenschwein also? "Natürlich nicht", sagt er.
Weiler erzählt über seine Zeit beim SZ-Magazin, bei dem er fünf Jahre lang Chefredakteur war. Und über den Erfolg seines Buches, das mit 1,7 Millionen Exemplaren mittlerweile die 45. Auflage erreicht hat. Dass es sogar außer ins Polnische auch ins Chinesische übersetzt wu,rde, kann sich der Autor nur so erklären:
"Die kaufen alles was Erfolg hat, unabhängig davon ob sie den Humor kapieren." Und über die neuen Projekte. Gerade kommt er von einem Fernseh-Drehtag an der Spree für eine "monothematische Interviewsendung", in der Weiler "verrückte Thesen" beweisen will. Beispiele:
"Die Klimakatastrophe findet nicht statt", oder "Die Frauen sind an allem schuld". Für die Bestätigung, selbst von absurdesten Behauptungen, ließen sich relativ einfach eine Handvoll Wissenschaftler finden, lautet seine Erfahrung. Man darf gespannt sein, was da noch alles auf UDS zukommt. Edith Schmied |
|
| |
 |
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|